Kinder mit Stern| Jüdische Kinder im KZ Bergen-Belsen

Hallo Ihr Lieben und Herzlich Willkommen,

als letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse mir das Buch “Kinder mit Stern” vorgestellt wurde, war ich gleich sehr interessiert. Geschichten zu Zeiten des 3. Reiches gibt es schon einige und auch dieses Buch von Martine Letterie hat mich neugierig gemacht. Ganz nebenbei kam mir der Gedanke mich näher mit dem Thema jüdischer Kinder und ihr Leben im Nationalsozialismus zu beschäftigen.

Dabei kam diese Aktion zustande, in der ich euch nicht nur das Buch vorstelle, sondern auch die Autorin zu Wort kommen und Zeitzeugen bzw. ehemalige Kinder-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen ebenfalls berichten lasse.

Kinder mit Stern // Bergen-Belsen
Der Eingangsbereich der Gedenkstätte; Quelle: Carolin Stürmer

Für letzteres war ich vor kurzem wieder in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, welche nur ein paar Kilometer von meinem Wohnort liegt. Ich wusste nicht, was mich dort erwarten würde. Das letzte Mal war ich Mitte der Neunziger dort. In den letzten 25 Jahren wurde dort ein Dokumentations- und Erinnerungszentrum errichtet.

Kinder mit Stern // Bergen-Belsen Dok-zentrum
Quelle: Carolin Stürmer

 

Der Gang zu diesem Zentrum ist sehr lang und kam mir auch sehr bedrückend vor. Auch der Weg zum Gelände mit den Gräbern lässt die Besucher scheinbar spüren, wie es den Häftlingen annährend ergangen sein könnte, als sie dort hinter hohen

Kinder mit Stern // Bergen-Belsen
Quelle: Carolin Stürmer

Mauern ihr Leben fristen mussten. Auch herrscht dort eine bedrückende Stille trotz zahlreicher Besucher. Man ist quasi von den Umweltgeräuschen abgeschirmt.

 

 

 

Man wird, jedenfalls erging es mir so, gleich von einer gewissen Betroffenheit ergriffen, wenn man so eine Gedenkstätte betritt. Einem Ort, wo vor über 70 Jahren tausende Menschen ihr Leben verloren haben, getötet wurden, verhungert sind.

Ich möchte heute primär von Kindern im KZ Bergen-Belsen berichten. Passend zum Buch “Kinder mit Stern” ist dies ein Thema, welches mich während des Lesens, am meisten beschäftigt hat. Und wenn ich von Kindern spreche, fällt mir sofort Anne Frank ein.

“Ich suche dauernd nach einem Mittel, um so zu werden wie ich gerne sein würde und wie ich sein könnte”

Das schrieb Anne Frank im letzten Eintrag ihres Tagebuches am 01. August 1944. Drei Tage später wurde sie und ihre Schwester verhaftet. Sie wurden verraten und in das Durchgangslager Westerbork gebracht. Von dort aus ging es am 03.September 1944 nach Auschwitz. Am 28. Oktober 1944 wurden Anne & Margot Frank mit 1308 anderen Frauen von Auschwitz nach Bergen-Belsen gebracht. Sie ist eine der bekanntesten Opfer im KZ Bergen-Belsen. Sie starb nur wenige Wochen vor der Befreiung des KZ durch die britische Armee. Nachdem ihr Schwester Margot verstarb und Anne alle Hoffnung aufgegeben hatte, dass noch irgendeiner aus ihrer Familie überlebt hatte, ging ihr Lebensmut entgültig verloren. So erzählen es jedenfalls zwei Zeitzeuginnen, die Anne Frank persönlich gekannt haben.

Unter den 3500 Kindern gab es aber auch andere Schicksale. Kinder, die in dieser Welt voller Hass etwas Gutes erleben durften.

Kinder mit Stern // Bergen-Belsen
Yvonne Koch mit ihrer Mutter, Foto von 1936, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

 

 

So wie Yvonne Koch (geb. Poláková), die ohne Angehörige im KZ Bergen-Belsen leben musste. Sie bekam von einer ihr unbekannte Frau Handschuhe geschenkt. Diese wurden von der Frau aus Garnresten zusammengestrickt.

 

 

Aussage und Handschuhe von Yvonne Koch, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

 

“Ich trug sie immer, hatte sie immer an meinen Händen. Sie wärmten mich immer. Und ich dachte immer an diese Frau. Ich habe sie in so tiefer Erinnerung, weil sie der erste Mensch war, der gut zu mir war.”

Dann ist das noch Bathshewa Molodic. Sie erinnert sich an den Fußweg zur Schule und daran, wie sie ihn immer zusammen mit ihrem großem Bruder Moshe ging. Sie gingen den Weg jeden Morgen, doch irgendwann hörten sie auf den direkten Weg zu gehen.

Kinder mit Stern // Bergen-Belsen
Bathshewa und Moshe Molodic, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

 

“Dort waren Kinder, die uns unterwegs belästigten, und wir machten einen Umweg, um ihnen auszuweichen. Daran erinnere ich mich.”

 

 

Es gibt noch unzählige andere Schicksale, die ich hier erzählen könnte. Die hier aufgeführten waren die, die mich am intensivsten beschäftigt haben. Für mich war es ein sehr bedrückender Ausflug in die deutsche Vergangenheit. Sie darf nie vergessen werden und sollte stets ein Mahnmal dafür sein, was falsche Ideologien und Rassendenken für schreckliche Auswirkungen haben kann.

Wie steht ihr zu Kinderbüchern, die über den Nationalsozialismus erzählen? Findet ihr solche Literatur wichtig? Oder seid ihr gar der Meinung, dass man schon genug aus der Zeit des 3. Reiches lesen kann und man Kinder damit nicht konfrontieren soll?

Freue mich auf eure Kommentare!

Habt einen schönen Mittwoch!

Caro

 

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